Bankkunden sollen nicht mehr für Online-Banking haften

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Banken und Kunden profitieren zwar vom Online-Banking, aber es gibt von Seiten der Kunden immer noch Zweifel an der Sicherheit. Diese Zweifel versucht die Commerzbank zu zerstreuen. Bisher mussten die Commerzbank Kunden den Selbstbehalt von 150 Euro in Kauf nehmen, wenn das Internet bei Geldüberweisungen sorgfältig genutzt wurde. Seit dem 2. Januar wurde dieser gesetzlich höchste Selbstbehalt aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen gestrichen. Die Commerzbank behauptet sie sei die erste große Filialbank die so eine Sicherheitsgarantie ausspricht. Es gibt aber auch noch andere Banken die ihre Kunden nicht mit dem Selbstbehalt von 150 Euro haften lassen.

Commerzbank will Kunden zum Online-Banking bewegen

Ein Beweggrund warum die Commerzbank auf den Selbstbehalt verzichtet ist, weil damit den Bankangestellten Arbeit abgenommen wird. Das ist der Fall, wenn Überweisungsträger für den Computer schlecht lesbar sind und von den Angestellten bearbeitet werden müssen. Privatkunden sollen Online-Banking nutzen und die Daten am PC oder Smartphone selbst eintippen. Die Kunden wollen anscheinend nicht wie gewünscht mitziehen. Von den Privatkunden der Commerzbank sind nur 30 Prozent für Online-Banking angemeldet. Bei der Hypo-Vereinsbank sind es mit etwa 60 Prozent doppelt so viele Kunden die Online-Banking nutzen.

Hypo-Vereinsbank schließt Filialen

Die Hypo-Vereinsbank gehört zur italienischen Unicredit-Gruppe. Rund die Hälfte der Hypo-Vereinsbank Filialen werden geschlossen. Die Hypo-Vereinsbank setzt in Zukunft auf eine verstärkte Verzahnung vom Filialgeschäft mit Online-Banking. In Zukunft sollen sich die Kunden für die Kontoeröffnung per Video identifizieren können. Die übrigbleibenden Filialen werden dafür seit Oktober modernisiert. Bislang sind von den 340 verbleibenden Filialen 80 umgerüstet. Bis Jahresende sollen die anderen Filialen fertig sein.

Geschäfte online abschließen

Die Commerzbank hat ebenfalls investiert. Sie will für ihre Kunden wie eine Direktbank über das Internet erreichbar sein, damit diese dort nicht nur ihr Konto verwalten, sondern auch Geschäfte abschließen können. Kunden die bei der Commerzbank ein Konto eröffnen möchten, können sich in Zukunft per Video-Chat identifizieren. Die doppelte Anmeldequote zum Online-Banking der Hypo-Vereinsbank ist vermutlich die Folge der Filialschließungen. Es ist anzunehmen, dass die Kunden der Hypo-Vereinsbank verstärkt über die Gefahren im Online-Banking aufgeklärt wurden.

Phishing – wie sicher sind die Passwörter beim Online-Banking

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Das größte Risiko im Online-Banking ist der Diebstahl von Passwörtern das sogenannte Phishing. Das Bundeskriminalamt warnt davor, dass Kriminelle eine Software auf den Computer oder das Handy schleusen können um die Zugangsdaten zum Online-Banking auszuspähen. So können auch Kurznachrichten mit denen Banken mTAN versenden abgefangen werden. Laut Aussage der Banken sind seit der Einführung dieses Verfahrens die Schäden im Online-Banking stark zurückgegangen. Bewährt hat sich auch das Foto-TAN-Verfahren. Hier bekommen die Kunden einen verschlüsselten Code angezeigt, den sie auf einem speziellen Lesegerät oder dem persönlichen Smartphone einscannen.

Mehrzahl der Bankkunden lehnt Online Banking aus Sicherheitsgründen ab

Bei den meisten Banken und Sparkassen steht die Haftungssumme von 150 Euro noch in den Geschäftsbedingungen, obwohl gesagt wird, dass die Fälle in der Praxis irrelevant sind. Im Jahr 2013 hat das Bundeskriminalamt etwa 4100 Versuche gezählt, die Passwörter der Bankkunden online auszuspähen. Der dadurch entstandene Schaden von 16,4 Mio. Euro wird von Fachleuten als relativ gering angesehen, da jährlich 2,5 Mrd. Überweisungen stattfinden. Die Bankkunden sind dem Online-Banking gegenüber trotzdem zurückhaltend. Laut einer Studie haben im Jahr 2013 zwei Drittel der Bankkunden angegeben, dass sie beim Online-Banking bezüglich der Sicherheit Bedenken haben.

Bildquelle 1: © Viktor Mildenberger / pixelio.de
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